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Mandelöl – Wertvoll und natürlich

Was haben Pfarrer Kneipp und Cleopatra gemeinsam? – Sie beide schätzten die besonderen Eigenschaften von Mandelöl. Allerdings in sehr unterschiedlicher Hinsicht: Während die ägyptische Schönheit vor allem auf die hautglättende Wirkung des Öls setzte, verordnete es Pfarrer Kneipp, um bei Kindern auf schonende Art und Weise Verdauungsbeschwerden zu lindern.

Tatsächlich ist das Öl ein absoluter Allrounder! Sein Haupteinsatzgebiet ist zwar unbestritten die Schönheitspflege, doch auch in Medizin und Küche kann es glänzen.

 

Vom Samen zum Öl – Das Mandelöl

flüssiges mandelölGewonnen wird das Mandelöl aus den Samen des Mandelbaums: den Mandeln. Auch wenn man es der Mandel nicht gleich ansieht und sie im Vergleich zu anderen Nüssen verhältnismäßig trocken schmecken mag – sie hat einen Ölanteil von um die 50 %! Ähnlich wie bei anderen Ölen unterscheidet man auch beim Mandelöl zwischen kalt gepresstem und raffiniertem Öl, wobei das raffinierte prinzipiell günstiger ist.

Der Unterschied liegt darin, dass dem Öl beim Raffinieren zwar Schadstoffe entzogen werden – allerdings durch den Einsatz von Chemikalien und mithilfe hoher Temperaturen.

Schonender wird natürlich das kalt gepresste Erzeugnis hergestellt, für das man entsprechend tiefer in die Tasche greifen muss. Überhaupt ist das Mandelöl verhältnismäßig kostbar und wird daher oft vermischt mit anderen Ölen, wie zum Beispiel dem Pfirsichkernöl, verkauft. Wer reines Mandelkernöl erwerben möchte, muss für 100 ml um die 8 Euro hinlegen. Man bekommt es in vielen Drogeriemärkten oder über Online-Shops.

Wichtig ist, dass es in einer dunklen und gut verschließbaren Flasche aufbewahrt wird, da sich seine kostbaren Inhaltsstoffe im Kontakt mit Licht und Luft recht schnell zersetzen.

 

Schönheitstipp aus der Antike – Natürliches Mandelöl

Cleopatra war natürlich nicht die Einzige, die um die verschönernde Wirkung des Mandelöls wusste. In der Antike war das Öl das Kosmetikprodukt schlechthin, vor allem für die Pflege von Haut und Haaren. Schon seit Langem weiß man: Mandelöl eignet sich hervorragend zur Pflege vor allem trockener Haut.

Da es sehr säurearm ist, verwöhnt es sogar die empfindliche Haut von Babys und Allergikern. Es zieht schnell ein und hinterlässt im Gegensatz zu vielen anderen Ölen keinen unangenehmen Fettfilm. Nicht zuletzt deshalb ist es auch ein wunderbares Massageöl und gerade bei Ayur-Veda-Anwendungen sehr beliebt. Am einfachsten lässt sich das Öl nach dem Duschen auftragen, wenn die Haut noch ein wenig feucht ist. Gut einmassiert fördert es die Durchblutung und beugt lästiger Cellulite vor.

 

Zeigt her eure Füße …

Selbst bei Ekzemen oder ganzen Hautrissen kann es Linderung verschaffen, denn es dringt stärker als andere Pflegeöle tief in die Hautschicht ein. Auch hornhautverkrustete Füße lassen sich mithilfe des feinen Öls in sanfte Pfoten verwandeln: Dazu einfach ein wenig Öl mit Wasser schaumig schlagen und auf die Füße geben, dicke Socken anziehen und über Nacht gut einwirken lassen.

Einen Effekt spürt man schon nach wenigen Tagen! Und was für verhornte Füße gut ist, hilft natürlich auch bei Schrunden an Ellbogen oder Knien.

 

Mandelöl für strahlend schöne Augen

Auch wer unter müden Augen und dunklen Augenringen leidet, findet im Mandelöl einen nützlichen Helfer. Das Öl hellt die Haut nicht nur auf, sondern fördert gleichzeitig die Aktivität der Hautzellen und strafft dabei. Für eine schnelle und einfache Augenmaske vermischt man das Öl mit etwas Honig und streicht es unter die Augen.

Das Ganze lässt man dann ca. 10 Minuten lang einwirken. Gerade im Winter und bei trockener Heizungsluft freut sich die empfindliche Haut um die Augen, wenn sie mit Mandelöl verwöhnt wird! Gegen Augenfalten und Krähenfüße einfach ein wenig Mandelöl pur rund um die Augen tupfen.

 

Haare wie Rapunzel durch Mandelöl

Auch trockenes Haar wird mit Mandelöl wieder weich und geschmeidig. Sogar Haarexperten bestätigen, dass man mit diesem sprödem und gesplisstem Haar wirksam den Kampf ansagen kann. Zum Beispiel indem man nach der Haarwäsche ein wenig Öl in die Haarspitzen reibt – nicht zu viel, sonst sehen die Haare schnell fettig aus.

Wem das noch nicht reicht, der kann es mit einer Mandelölkur versuchen: Vor der Haarwäsche in die noch trockenen Haare einmassieren, am besten über Nacht einwirken lassen und erst am nächsten Tag wieder mit Shampoo und einem guten Conditioner ausspülen.

Das Ergebnis sind schöne, widerstandsfähige und wundervoll glänzende Haare! Und nun noch eine gute Nachricht für alle, die unter Haarausfall leiden: Genau, auch hier kann Mandelöl helfen. (Natürlich gilt das nur für Haarausfall, der nicht krankheitsbedingt bedingt ist.) Die Haare sollen mithilfe von Mandelöl kräftiger werden und schneller wachsen – sogar Wimpern und Augenbrauen.

Die Kopfhaut dafür regelmäßig mit dem Öl gut massieren, möglichst eine Stunde lang einwirken lassen und anschließend wie gewohnt die Haare waschen. Das hilft übrigens bei Frauen wie bei Männern, sowie bei Augenbrauen und Wimpern!

 

Edle Zutat für die Sterneküche – Das Mandelöl

Doch Mandelöl kann noch viel mehr als nur verschönern. Auch in der edlen Küche findet es seinen Platz. Dort wird es allerdings ausschließlich als kalt gepresstes Erzeugnis verwendet. Es schmeckt leicht süßlich und schön nussig. Es riecht kaum und ist deshalb eine schmackhafte, angenehme Zutat zu zahlreichen süßen wie deftigen Gerichten.

Selbst Starköche wie Paul Bocuse greifen gerne immer wieder auf das Öl zum Verfeinern ihrer Gerichte zurück. Der feine Geschmack des Mandelöls kommt am besten unerhitzt zur Geltung als Bestandteil von Salatdressings, Süßspeisen oder im Müsli. Auch in Kombination mit Jakobsmuscheln soll es vorzüglich schmecken. Mit Mandelöl zu kochen und zu braten ist zwar prinzipiell möglich, denn ist es äußerst hitzebeständig, allerdings ein recht kostspieliges Vergnügen, das man sich gut überlegen sollte.

 

Mandelöl in der Hausapotheke

Und gesund ist das Mandelöl auch noch! Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren und enthält viel Vitamin E. Außerdem hilft es bei Magenbeschwerden und kurbelt Appetit und Verdauung an. Dass es bei Verstopfung auch als Abführmittel eingesetzt werden kann, das wusste schon Pfarrer Kneipp. Dazu einfach einen Teelöffel Mandelöl in warmem Bier auflösen und noch warm trinken.

Daneben löst es auch verhärtetes Ohrenschmalz und wirkt entzündungshemmend. Bei Ohrenschmerzen erwärmt man das Öl zuerst ein wenig, bevor man, am besten mit einer Pipette, morgens und abends ein bis zwei Tropfen ins Ohr träufelt. Bei Erkältungen löst ein wenig Mandelöl den Schleim, und es wirkt beruhigend und reizlindernd bei Halsschmerzen.

Medizinische Studien haben zudem ergeben, dass bei regelmäßiger Einnahme das Brustkrebsrisiko um bis zu 46 % reduziert werden kann! Ein recht spezielles Einsatzgebiet findet das Mandelöl übrigens auch in der Geburtshilfe. Zusammen mit Nelkenblätteröl wirkt es wehenfördernd, wenn man mit ihm den Schwangerschaftsbauch massiert.

 

Mandelöl: Das Wichtigste zum Schluss

Doch Vorsicht: Das Süßmandelöl ist nicht mit dem sogenannten Bittermandelöl zu verwechseln, das die schädliche Blausäure enthält. Erst wenn dieses Gift aus dem Öl extrahiert wurde, kann das Bittermandelöl von der Industrie für die Produktion von Kosmetika verwendet werden.

Als Hausmittel bei kleinen Wehwehchen, in der Küche und zur Schönheitspflege sollte man daher ausschließlich auf das Süßmandelöl zurückgreifen. Bittermandelöl muss im Handel immer eindeutig als solches gekennzeichnet sein. Hinter der Bezeichnung „Mandelöl“ darf sich nur das Süßmandelöl verbergen. Und so erkennt man gutes Süßmandelöl: Es ist leicht gelblich, dabei aber klar, durchsichtig und dünnflüssig und riecht weder ranzig noch bitter.